^Ricardo Annandale

„Erfolgreiche Zusammenarbeit basiert auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses und dem Wissen über Arbeitsabläufe im Team.“ Philipp Greiner,  Werkstudent im Bereich Kommunikation bei Elinvar, reizt besonders die Abwechslung und das Einarbeiten in neue Themen. Für ein besseres Verständnis des agilen Arbeitens, der Methodik und den Herausforderungen, die damit einhergehen, hat er für zwei Wochen die Rollen getauscht. In Elinvars Product Team hat er nicht nur das Unternehmen von einer ganz anderen Seite kennengelernt, sondern auch persönlich neue Erfahrungen gesammelt. Diese hat er, ganz der Millenial, in einem Listicle zusammengefasst:

 

1. Gutes Management braucht noch bessere Kommunikation. 

Von einer Designidee zu einer Verbesserung im Frontend, vom Wunsch eines Partners zu einem neuen Feature, von der Initiative einer Programmiererin zur Optimierung eines Codes und dessen Implementierung – es gibt viele Impulse und Motivationen zur Weiterentwicklung der Elinvar Plattform. Entsprechend viele Stakeholder sind an der Produktentwicklung beteiligt. Die Strategie für das Produkt, eine Vision auf die alle gemeinsam hinarbeiten, wird auf Ebene der Director festgelegt. Bei der Produktentwicklung selbst arbeitet Elinvar agil, d.h. auch kurzfristig können neue Anforderungen und Features umgesetzt werden. Für das gesamte Team ist es also nicht nur unverzichtbar die langfristigen Ziele und Zeitpläne zu kennen, sondern auch flexibel für kurzfristige Planungsänderungen zu sein.
Dies gelingt nur mit nahtloser und transparenter Kommunikation. Dazu gehören nicht nur Tools für den schnellen Informationsaustausch, sondern vor allem auch regelmäßige Treffen. Nur wenn bei Planänderungen alle schnell auf den neuesten Stand gebracht werden, können unnötige Mehrarbeit vermieden und die vorhandenen Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Dies hängt nicht zuletzt von einer Unternehmenskultur ab, in der offene und transparente Kommunikation online wie offline gelebt wird.

 

2. Du kannst (fast) sein wer Du willst – aber Du solltest bei Deiner Rolle bleiben. 

Mehr als 70% unseres Teams arbeiten direkt in der Produktentwicklung. Darunter sind längst nicht nur Programmierer*innen, sondern auch Designer und Product Manager, QA und Scrum-Master.
Hinsichtlich des Produktdesigns geht es dabei nicht nur darum, ein Produkt zu entwickeln, das einfach zu benutzen ist und ansprechen gestaltet wurde (User Interface, UI), sondern auch um die konkrete Nutzererfahrung (User Experience, UX). Kann ich mit dieser Anwendung Zeit sparen? Macht sie mein Leben einfacher, etwa weil ich Informationen schneller und besser finden kann? Dies sind Fragen, die an das Design eines Produkts gerichtet sind und damit immer auch für Product Manager von Relevanz sind. (Mehr über UI und UX verrät Elinvar’s Mara Dumitru hier im Interview.)
Das Aufgabenfeld der Product Manger ist dabei selbst sehr vielfältig. Es reicht von der engeren Planung der Produktionszyklen, der sog. Sprints, die üblicherweise einer Scrum Master zukommt, über die Gestaltung und Steuerung der Kommunikation im Team bis hin zum Testen neuer Features in und nach deren Entwicklung.
Auch wenn das Aufgabenspektrum der Product Manager sehr groß ist, erfüllen dennoch alle eine klare Rolle, die genau festgelegt ist. Eine Kollegin wirft beispielsweise einen umfassenden Blick auf die Arbeit zweier Teams und versucht potentielle Verzögerungen in der Produktion so früh wie möglich zu antizipieren und entsprechend vorrausschauend zu handeln. Damit hält sie allen den Rücken frei, und ist gerade dann besonders erfolgreich, wenn die vermeintlichen, ursprünglichen Hindernisse gar nicht erst zu so solchen werden.
Wichtig ist, dass sich jede*r auf den festgelegten Aufgabenbereich konzentriert, dabei aber die gemeinsame Verantwortung für das Team nicht aus den Augen verliert. Sprint Planning, Sprint Review, Sprint Retro und tägliche Stand-Up-Meetings sind deshalb essentielle Bestandteile im Produktmanagement, vor allem, weil sie eine teamübergreifende Kommunikation ermöglichen.
Wie bereits weiter oben beschrieben, befasst sich das Product Management bei Weitem nicht nur mit dem Management des Produktionsprozesses, sondern auch mit dem Design des Produkts. Wichtig ist das vor allem hinsichtlich einer optimalen Nutzbarkeit für alle Anwender*innen. Hierbei fließen aber auch rein ästhetische Überlegungen mit ein.
Das Product Management ist dabei in einer ständigen Vermittlung zwischen den verschiedensten Anforderungen an das Produkt. So spielen dabei Aspekte aus dem Produktdesign ebenso eine Rolle, wie die Wünsche des Partner Relationship-Teams und regulatorische Anforderungen. Schließlich sind bei einem regulierten Produkt wie der Elinvar Plattform auch Designentscheidungen immer auf ihre Compliance zu prüfen. Das betrifft beispielsweise das Design von Fragebögen oder die Bereitstellung und Präsentation wichtiger Dokumente.

 

3. Es gibt immer viel zu lernen.

Product Manager können ganz verschiedene Studienhintergründe haben. Ein Kollege beispielsweise hat einen Abschluss in Business Administration, eine Kollegin hat einen Hintergrund in Medizingeschichte. Was sie bei Elinvar zusammen bringt ist die Begeisterung für unsere Plattform und der Wille immer wieder Neues zu lernen. (Wer sich dafür interessiert, warum das Teil unserer Kultur ist, kann im Interview mit Sam Love, Director Product bei Elinvar mehr erfahren.)
Gerade in Meetings mit Programmier*innen wird es häufig sehr technisch und detailliert. Da hilft es nicht, vor unbekanntem Vokabular die Ohren zu verschließen oder sich mit dem Blick auf das Smartphone Ablenkung zu verschaffen, sondern nur gut Zuzuhören und viele Fragen zu stellen. Genau hier helfen auch die verschiedenen Hintergründe des Elinvar Teams: Unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven werden gemeinsam die besten Lösungen gesucht.
Als Product Manager sollte man auch keine Angst vor neuen Wörtern haben. „Smoke Test“ beispielsweise; bis dato nie gehört. Dabei geht es bei einem solchen nicht um Räucherwaren, sondern eine bestimmte Art des Produkttests in der Softwareentwicklung, die bei Elinvar zusätzlich auch von Product Managern übernommen wird. Damit werden neue Features einer Reihe von standardisierten Tests unterzogen, welche die erfolgreiche Funktion und Stabilität prüfen und gewährleisten.

 

4. Um von A nach B zu gelangen, muss man manchmal über C gehen.

Donnerstagmorgen, 10:00 Uhr im Elinvar-Büro: Product Manager und Programmier*innen treffen sich zum Sprint Planning. In diesem zweiwöchentlichen Meeting planen Product Manager und Entwickler*innen gemeinsam den nächsten Produktionszyklus für die nächsten zwei Wochen. Eigentlich war alles klar, es sollte um neue Features gehen. Aber der Plan hat sich geändert. Um die Features besser und zuverlässiger zu implementieren, sind tiefergehende Veränderungen an der Plattform notwendig: um von A nach B zu kommen, ist der Zwischenstopp bei C unerlässlich.
Der Planwechsel war reibungslos und schon eine Stunde später stand bereits der neue Produktionsfahrplan. Unter Berücksichtigung der langfristigen Produktstrategie wurde im Sprint Planning das neue Vorgehen besprochen. In offenem Dialog geht es nicht darum Sofortlösungen zu finden. Stattdessen werden verschiedene Herangehensweisen und Möglichkeiten besprochen und gemeinsam hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit evaluiert. Nach einem Sprint Planning haben sowohl Product Manager als auch Programmierer*innen Sicherheit und eine gemeinsame Basis für den kommenden Sprint, denn auf Basis der gemeinsamen Einschätzung werden Aufgaben, Zuständigkeiten und deren Deadlines abgestimmt. Dadurch, dass Kolleg*innen unterschiedlicher Senioritäten an den Meetings teilnehmen, profitieren alle von dem gemeinsamen Erfahrungsschatz und können auch hier voneinander lernen. Gerade bei diesem Fall hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, eine langfristige Produktstrategie zu haben, die auch für kurzfristige Planungsänderungen offen ist. Das bringt nicht zuletzt auch mehr Nachhaltigkeit in den gesamten Entwicklungsprozess.

 

5. Humor macht nicht nur das Leben schöner, sondern auch die Arbeit.

Ich lache gerne und bei Elinvar geht kein Tag, an dem ich das nicht mindestens einmal machen kann. Das ist im Product Management nicht anders.
Das heißt nicht, dass ein Kalauer auf den anderen folgt, aber die Arbeit mit vielen Stakeholdern, noch mehr Deadlines und einer Vielzahl von regulatorischen und organisatorischen Anforderungen, ist mit einem Lächeln und gut gelaunten Kollegen eben doch deutlich schöner. Vielleicht hängt ja die tolle und produktive Stimmung auch damit zusammen, dass sich das Product Team auch über die Bürozeiten hinaus gut versteht. Das Team unternimmt regelmäßig gemeinsame Kletterausflüge und hin und wieder findet auch ein selbstgebackenes Bananenbrot den Weg in das Office.